Vibe Coding in der Rechtsabteilung: eigene Tools bauen, ohne zu programmieren 

Mit generativer KI entstehen Programme allein aus Beschreibungen in natürlicher Sprache. Was das für Rechts- und Datenschutzabteilungen bedeutet, und wo die Grenzen liegen. 

Ihr Team beschreibt einer KI in eigenen Worten, welches Tool es braucht, und erhält wenige Minuten später ein funktionierendes Programm. Genau das ist mit Vibe Coding heute keine Zukunftsmusik mehr, sondern gelebte Praxis, auch in Rechts- und Datenschutzabteilungen. 

Was ist Vibe Coding eigentlich? 

Vibe Coding beschreibt eine neue Art, Software zu erstellen. Statt Code in einer Programmiersprache zu schreiben, formulieren Nutzerinnen und Nutzer in natürlicher Sprache, was ein Programm tun soll. Eine KI übersetzt diese Beschreibung in funktionierenden Code, prüft das Ergebnis und passt es auf Zuruf an. Wer eine Aufgabe klar delegieren kann, kann auf diesem Weg ein digitales Werkzeug entstehen lassen, ganz ohne Informatikstudium und ohne eigene Entwicklungsabteilung. 

Für Rechtsabteilungen ist das mehr als ein technischer Trend. Es verändert, wer Software bauen kann und wofür sich das überhaupt lohnt. Viele nützliche Ideen scheiterten bisher an fehlenden Entwicklungskapazitäten oder daran, dass sich die Anschaffung einer fertigen Standardlösung für eine kleine, sehr spezifische Aufgabe schlicht nicht rechnete. Genau diese Lücke schließt Vibe Coding, und zwar für Aufgaben, die zu individuell für den Softwaremarkt und zu klein für ein eigenes IT-Projekt sind. 

Drei typische Anwendungsfälle im juristischen Alltag 

Wo lohnt sich der Einstieg konkret? Drei Beispiele. 

  1. Generator für Standarddokumente. Ein Formular fragt die Eckdaten ab, zum Beispiel Parteien, Laufzeit und Gerichtsstand einer Geheimhaltungsvereinbarung. Das Tool setzt daraus aus vorab freigegebenen Textbausteinen ein fertiges Dokument zusammen, selbst gebaut statt teuer lizenziert. 
  1. Interaktive Checklisten. Wiederkehrende Prüfungen wie Vertragschecks oder datenschutzrechtliche Basisprüfungen werden zur interaktiven Checkliste mit Abhak-Funktion, Kommentarfeldern und Export des Prüfergebnisses als Dokumentation. Den fachlichen Inhalt liefert das eigene Team, die Technik übernimmt Vibe Coding. 
  1. Klausel- und Textbausteinbibliothek. Standardformulierungen, die bislang in unübersichtlichen Word-Dateien liegen, wandern in eine durchsuchbare Bibliothek. Dort sind sie verschlagwortet, per Volltextsuche auffindbar und mit einem Klick in Word oder E-Mail übernehmbar. 

Was diese Beispiele verbindet: Es sind kleine, sehr spezifische Helfer, die es als fertiges Produkt schlicht nicht zu kaufen gibt und die sich trotzdem in überschaubarer Zeit realisieren lassen. 

Chancen und Grenzen: ein ehrlicher Blick 

Die Chancen liegen auf der Hand. Rechtsabteilungen können Ideen selbst umsetzen, statt auf knappe IT-Ressourcen oder externe Anbieter zu warten, oft in Tagen statt Monaten. Doch Vibe Coding ist kein Freifahrschein für den unbedarften Einsatz. 

Wer selbst Software baut, trägt auch Verantwortung dafür. Vor dem produktiven Einsatz stellen sich handfeste Fragen: Darf ein selbst gebautes Tool mit Mandats- oder Unternehmensdaten arbeiten, welche Anforderungen stellen Datenschutz, Berufsrecht und interne IT-Governance, und wie zuverlässig ist ein vibegecodetes Programm überhaupt? Besonders leicht übersehen wird dabei die Schatten-IT: Ein Tool entsteht am eigenen Schreibtisch, verlässt schnell den Radar der IT-Abteilung, und schon bald führt niemand mehr Buch darüber, welche Programme im Umlauf sind und welche Daten sie verarbeiten. 

Ein einfaches internes Verzeichnis mit Zweck, verarbeiteten Daten und verantwortlicher Person je Tool schafft hier Transparenz und zeigt an, wann ein Prototyp an die IT oder an professionelle Entwicklerinnen und Entwickler übergeben werden sollte. Solche Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten, sie hängen vom Einzelfall, vom Datenumfang und von der internen Governance ab. Wer sie von Anfang an mitdenkt, kann Vibe Coding souverän einsetzen, mit klarem Blick für Chancen und Grenzen. 

Wie KLTO beim Einstieg unterstützt 

KLTO begleitet Kanzleien, Rechts- und Datenschutzteams beim Einstieg in Vibe Coding praxisnah statt abstrakt. Im gemeinsamen Vorbereitungsgespräch identifizieren wir, welche Anwendungsfälle für ein Team tatsächlich relevant sind, und richten die Vermittlung technischer wie rechtlicher Grundlagen konsequent daran aus. Im Mittelpunkt steht dabei immer beides zugleich: das Handwerkszeug, um eigene Tools zu bauen, und der Kompass, um die damit verbundenen Risiken bei Datenschutz, Vertraulichkeit und Qualitätssicherung realistisch einzuordnen. So wird aus einem spannenden Trend ein Werkzeug, das der eigenen Rechtsabteilung tatsächlich weiterhilft, und aus vagen Ideen ein Portfolio konkreter, sofort nutzbarer Tools. 


Vibe Coding Workshop für Rechts- und Datenschutzteams 

Im Vibe Coding Workshop von KLTO baut Ihr Team eigene, sofort einsetzbare Tools und lernt gleichzeitig, worauf bei Datenschutz, Vertraulichkeit und Qualitätssicherung zu achten ist. Keine Vorkenntnisse erforderlich, individualisiert auf Ihre Use Cases. 

Mehr erfahren und Termin vereinbaren: klto.io/trainings-workshops/ 


Sie möchten wissen, ob Vibe Coding für Ihr Team schon heute der richtige nächste Schritt ist? Sprechen Sie uns an, wir finden es gemeinsam heraus. 

KLTO | Ein Beitrag von Malte Mennemann